"Die bestmögliche Lösung"

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Renovierungen bringen immer viele Überraschungen und unvorhergesehene Situationen mit sich. Man muss sehr flexibel sein und schnell auf die Gegebenheiten reagieren können. Im Falle des Theater Basel ergaben sich im Laufe der Renovierung grundlegende Planänderungen, die in kürzester Zeit umgesetzt werden mussten, um die Wiedereröffnung nicht zu gefährden.

Wir haben den technischen Direktor des Theaters und den Leiter der Bühnenelektrik interviewt, wie es ihnen bei der Renovierung gegangen ist:

Joachim Scholz, technischer Direktor, Theater Basel
Mein Name ist Joachim Scholz. Ich bin seit 15 Jahren technischer Direktor am Theater Basel und stehe dem größten Dreispartenhaus der Schweiz vor. Es gibt drei Bühnen hier im Theater. Es sind zwar zwei Häuser, aber drei Spielstätten. Ich finde, dass es eines der besten Theater mindestens im europäischen Raum ist, sowohl technisch als auch künstlerisch.

Waagner-Biro Stage Systems ist das erste Mal 2008 dazugekommen. Das war die Erneuerung der Untermaschinerie, für die es einen offenen Wettbewerb gab. Am Schluss sind zwei Anbieter übriggeblieben. Einer der beiden Anbieter wollte die Fertigstellung nicht termingerecht garantieren, dann ist es Waagner-Biro Stage Systems geworden.

2010 kam dann ein neuer Drehscheibenwagen dazu. 2012 ist die kleine Bühne gemacht worden und 2014 sind die Antriebe und die Steuerung im Schauspielhaus erneuert worden.

2015 ging es an die Sanierung der Obermaschinerie auf der großen Bühne, 2016 die Fertigstellung und der Ersatz der Hinterbühnen-Züge.

Stefan Möller, Leiter Bühnenelektrik, Theater Basel
Die große Bühne hat alles, was eine Bühne braucht: Untermaschinerie, Obermaschinerie, verfahrbares Kranportal – das sind schon ein paar Achsen.

Der große Brocken war ja wirklich die Obermaschinerie, der Rollenschnürboden: alle Maschinenzüge raus, alles Alte raus inklusive Konstruktion und alles wieder neu rein.

Joachim Scholz
Man geht eigentlich ein bisschen durch die Hölle als technischer Direktor, denn man fängt an und stößt auf Schwierigkeiten, dann gibt es Veränderungen. Der Spielbetrieb steht aber davor, die erste Prämiere wird auch stattfinden müssen und der Vorhang soll hochgehen. Und nach Möglichkeit soll’s keiner merken.
Das ist so die größte Herausforderung.

Josef Ulzer, Projektleiter Waagner-Biro Stage Systems
Im Frühjahr – im März, April haben wir den Auftrag bekommen. Die Demontage der alten Anlagen im Haus hat bereits im Juni begonnen. Das heißt, wir hatten nur ein wirklich sehr kurzes Zeitfenster, um das gesamte Design für die mechanische und auch elektrische Konstruktion durchzuführen und alles abzustimmen.

Ein Vorteil war hier auf jeden Fall, dass das gesamte Paket an Waagner-Biro Stage Systems vergeben wurde. Also sowohl die Steuerung, die Elektrik, als auch die Mechanik unter einem führenden Projektleiter.

Joachim Scholz
Die Zusammenarbeit mit Waagner-Biro Stage Systems habe ich eigentlich immer – von Anfang an – als sehr konstruktiv erlebt. Wir haben immer mit Waagner-Biro Stage Systems, den Planern und der Stadt das Ganze zusammen als gemeinsames Projekt betrachtet. Wenn wir neue Wünsche hatten, ist Waagner-Biro Stage Systems darauf eingegangen. Wenn Waagner-Biro Stage Systems Probleme hatte, etwas termingerecht umzusetzen, haben wir versucht, gemeinsam Lösungen zu finden. Ich glaube, das ist hier die Besonderheit gewesen. Darum, glaube ich, hat es Waagner-Biro Stage Systems auch Spaß gemacht, hier zu arbeiten.

Das ist auch der Grund, weshalb hier letzten Endes alles gut geworden ist. Ich hatte mit den Planern zu Beginn eine Idee und so wurde es ausgeschrieben. Dann kam Waagner-Biro Stage Systems mit einer anderen Idee, dass man es vielleicht auch so machen könnte. Und da sind im Prozess oft Sachen entstanden, wo dann der Auftrag angepasst wurde, Nachträge erteilt wurden und damit für das Theater das bestmögliche Ergebnis erreicht wurde. Das war das Ziel: immer das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.

In der laufenden Renovierung hat man sich dazu entschlossen, die Punktzugwinden zu ersetzen und den Schnürboden komplett neu zu bauen.

Josef Ulzer
Die Dachbinder dieser Dachkonstruktionen vom ganzen Gebäude hier sind aber beschränkt. Also haben wir vom ersten Tag an mit dem lokalen Baustatiker vor Ort zu tun gehabt.

Stefan Möller
Das heißt, die ganze Statik musste neu berechnet werden: hält das Haus überhaupt das Ganze, was da oben rein sollte. Von daher hieß es dann, dass die ganzen Träger verstärkt werden mussten – neue Eisenträger rein und auch der Boden musste erneuert werden.

Ebenso die ganzen Konstruktionshalterungen für die UNICORNs, für die Maschinenzüge mussten auch alle vorbereitet werden. Wenn ich so an früher denke, welche Pannen und Ausfälle wir da hatten – das hat sich jetzt wirklich normalisiert.

Klar, in der Anfangsphase gab es auch Probleme. Das war auch durch die Inbetriebnahme bedingt und wir mussten erst Erfahrungswerte sammeln.

Joachim Scholz
Ja, machen wir uns nichts vor. Ich kenne keine Anlage, die fertig gestellt wurde und 100% fehlerfrei funktioniert hat. Das gibt es meines Erachtens nicht.

Außer man hat noch ein halbes Jahr für die Inbetriebnahme Zeit. Wenn man sich aber dazu entschließt, im laufenden Spielbetrieb zu sanieren, dann muss man sowas auch miteinplanen. Man muss auch damit rechnen, dass etwas schiefgehen kann. Dazu braucht es wiederum einen sehr guten Partner, der dann ad hoc da ist und schaut, dass die Sachen funktionieren.

Stefan Möller
Die lassen dich nicht im Stich. Heute kann ich sagen die Anlage läuft störungsfrei.

Josef Ulzer
In diesem Haus ist wirklich sehr viel Technik verbaut und es gibt sehr viele Möglichkeiten für die Bühnenleute, hier zu arbeiten.

Joachim Scholz
In wirklich jeder Spielzeit, die dann neu los ging, haben wir Sachen auf der Bühne gemacht, die so ein halbes Jahr vorher nicht möglich gewesen wären.

Stefan Möller
Von dem her ist das schon der Rolls Royce da im Haus.

Weitere technische Details erhalten Sie hier:

Theater Basel

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